Einstellung schlägt Aufstellung: Was erfolgreiche Teams ausmacht
In genau 2 Tagen beginnt die Männer Fußball-WM und Millionen Menschen werden wieder zu Bundestrainern, die über Kader, Aufstellung und Dreier- oder doch Viererkette diskutieren. Ein Artikel von Simone Pelzer.
Datum: 8. Juni 2026
Author: Simone Pelzer
Kategorien: Personality, Personality Assessments, Insights, metaArticle
Wissen Sie noch, was Sie am 13. Juli 2014 ab 21:00 Uhr gemacht haben? Lassen Sie uns eine Zeitreise ins brasilianische Rio Maracanã Stadion machen: Argentinien – Deutschland stehen sich im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegenüber. Beide Mannschaften ringen bereits sichtlich angeschlagen dem Ende der Verlängerung entgegen. Sieben Minuten vor dem Ende der Verlängerung die entscheidende Flanke Schürrle´s zu Götze und: der Ball ist im Tor! Die Fußballwelt steht Kopf! Deutschland wird zum vierten Mal Fußball-Weltmeister. Fußballfans und auch jene, die sich bis zu jenem Abend nicht so direkt dazuzählten😉, erinnern sich auch noch Jahre später daran wo, wie und mit wem sie diesen Moment feierten.
Was hat damals zu dem legendären Sieg der Nationalelf geführt? Wie bildet eigentlich ein Trainer aus mehreren Heimat-Mannschaften in kürzester Zeit ein Team, das – im besten Fall – in einem Turnier über sich hinauswächst und alles von sich abverlangt? Was können wir, im metaphorischen Sinne, aus dem Fußball als auch jedem anderen Mannschaftssport für die Teamentwicklung im Businesskontext lernen?
Zugegeben, der Trainer einer Fußballmannschaft muss andere Überlegungen anstellen als der Leiter eines klassischen Teams. Häufig wird auch Team genannt, was eigentlich eine Gruppe ist. Dennoch, für Sportmannschaften wie auch für Teams im Arbeitsleben gelten vergleichbare systemische Regeln und auch die Strukturen haben einige interessante Parallelen aufzuweisen.
In unserer Arbeit erhalten wir oft Kundenanfragen, die so oder ähnlich klingen:
- „Wir ziehen hier nicht an einem Strang, was können wir tun?“
- „Wie schaffen wir es, uns zu vertrauen?“
- „Was zeichnet uns als Team aus? Und wie können wir unsere Stärken für unsere Ziele nutzen?“
Jedes Team ist, wie jedes Individuum, einzigartig. Es lohnt sich daher ganz genau hinzuschauen, am besten die bifokale Brille aufzusetzen, und eine Bestandsaufnahme zur Einschätzung von Potentialen & Ressourcen, als auch den Entwicklungsmöglichkeiten sowie den Motiven in einem Team durchzuführen. Auf Basis der Hogan Individualberichte ergibt sich daraus ein unverwechselbares Gruppenbild, die einzelne Player so nicht haben. Das gelingt zum einen durch eine hohe Ausdifferenzierung in den Rollen und damit den Verbindungen untereinander. Zum anderen durch die Kombination mit einer attraktiven, gemeinsamen Vision. Schauen wir uns das genauer an:
Rollenklarheit:
Auf dem Fußball- wie auch im Arbeitsumfeld gilt es, Klarheit über Positionen und Rollen zu schaffen: wer spielt auf welcher (Stamm)Position und ist in der Rolle wofür verantwortlich (und wofür eigentlich noch)? Wer ist die klassische 10 auf dem Mittelfeld, spielt saubere Pässe, wer steht im Sturm? Wer in der Abwehr und wer im Tor? Und über welche Ressourcen verfügt das Team mit Blick auf die Ersatzbank vielleicht noch? Dieser spielerische Einstieg sorgt im Rahmen eines Teamentwicklungsprozesses für Leichtigkeit, bei einem oft schon spannungsgeladenen Thema.
Denn in erfolgreichen Teams wird selten in starren Positionen gearbeitet, sondern in flexiblen Rollen, um sich veränderten Bedingungen anzupassen. Manchmal geschehen diese Anpassungsleistungen jedoch leider unbewusst, für den Einzelnen als auch das gesamte Team. Dabei verbirgt sich darin eine große Ressource. Denn je nach Zweck können damit auch Rollen neu justiert werden, was die Teamdynamik entsprechend verändert. Entscheidend ist, dass jeder seine Energie und Talente in die Arbeitsrollen einbringt, die seiner individuellen Stärken entsprechen und vom Einzelnen als auch vom gesamten Team als sinnvoll bewertet werden. Hier kommen also vor allem die Erkenntnisse aus dem Hogan Potentialverfahren ins Spiel.
Dies führt uns zur Vision:
Wenn also mehrere Individuen zusammenkommen, können sie ein Team bilden, das mehr ist als die Summe seiner Einzelteile. Damit aus diesem Team aber auch eine echte Einheit entsteht gilt der Grundsatz, dass das Ziel des Teams über den Zielen des Einzelnen steht. Jeder gibt etwas und am Ende haben alle mehr. Aber: wenn ein Team vom Einzelnen zu viel Opferbereitschaft verlangt, hat das negative Konsequenzen für alle Beteiligten. Hier ist, wie so oft in Teams, die Balance aus Konformität versus Individualität entscheidend.
Während eine Sportmannschaft ganz konkrete Regeln und messbare Ziele, wie in Form von Toren verfolgt, so ist in Organisationen nicht immer gleich ersichtlich, worum es eigentlich geht. Natürlich wird auch hier von Zielen gesprochen, über den Zweck meist weniger. Doch genau darin steckt emotionale Zugkraft! Und diese definiert das „mehr“. Nicht die Frage „Warum gibt es uns?“ sondern „Wozu gibt es uns?“, kann hier auf das kollektive Sinnerleben hinweisen, das gekoppelt an das positive Zukunftsbild – bestenfalls kohärent mit der Unternehmensstrategie – den Unterschied macht. Beim Blick in das Hogan Wertegerüst eines Teams wird damit deutlich was zusammenhält, auch ohne das es ausgesprochen wird.
Und sonst?
Alle Hogan Fans unter Ihnen (und alle die es noch werden wollen😉) wissen, es braucht mindestens noch eine weitere Perspektive für erfolgreiche Entwicklungsprozesse: die der Konflikte und Spannungen, die sich insbesondere unter Druck & Stress zeigen. Hier kann uns das Hogan Development Survery wichtige Erkenntnisse liefern. Welche Risiken bestehen im Team, die den Zusammenhalt und/oder die Ziele gefährden können? Denn letztlich entscheidet das Wir und die gemeinsame Verantwortung über den Erfolg: „Keiner ist für das Problem allein verantwortlich, aber alle für die Lösung“. Herausforderungen und Konflikte im Team sind per se nichts Negatives, sondern können – gut gemanagt – ein äußerst positiver Impuls zur Veränderung und zur Nutzung von Potentialen sein.
Und noch etwas: Sie erinnern bestimmt auch noch das Interview mit dem Torschützen Mario Götze an jenem Abend seines größten Triumphs. In der Hand hielt er, stellvertretend für viele Mitspieler, das Trikot 21 hoch. Damit machte er weltmeisterlich darauf aufmerksam, dass auch jene Spieler zu dem grandiosen Erfolg beitrugen, welche schon in der Vorbereitung hierfür den Weg ebneten, aber aus anderen Gründen nicht auf dem Spielfeld standen. Auch dies kann ein Leitgedanke für Teams sein: wem fühlen wir uns verpflichtet? Was berichten wir unseren Mitarbeiter:innen über unsere Ergebnisse aus dem Prozess, wem noch? Im Fußball heißt es: „Einstellung schlägt Aufstellung“!
Fazit
Fraglos gibt es noch viele weitere sehr wichtige Aspekte, die für eine gelingende Teamentwicklung entscheidend sind. Mit den Hogan Persönlichkeitsverfahren schaffen Sie die Grundlage hierfür. Wir beraten Sie gerne, wie auch Ihr Unternehmen, Ihre Kunden davon profitieren können – mit oder ohne Fußball 😊
Und unserer Nationalelf wünschen wir eine erfolgreiche WM!
Ein Artikel von Simone Pelzer, Senior Consultant & Coach bei metaBeratung, Juni 2026
Auch Simone ist in verschiedenen Rollen unterwegs – je nach Kontext und Bedarf. Simone berät, begleitet und coacht Fach- und Führungskräfte sowie Teams. Ihre Kunden profitieren von ihrer Expertise seit mehr als 17 Jahren.