Adaptability oder: warum uns Veränderung so schwerfällt

Februar 2026. Und? Wie viele Deiner guten Vorsätze aus Januar hast du über Bord geworfen? Zwischen dem 9.-17.1 des neuen Jahres gibt es den berühmten ‚Quitter’s Day‘ – den Tag, an dem die meisten Menschen die guten Vorsätze über Bord werfen.

Datum: 9. Februar 2026

Author: Nicole Neubauer

Kategorien: Personality Assessments, Insights, metaLecture, Teams

Nicole bookreview

Buchempfehlung des Monats

Fakt ist, viele Menschen wollen sich verändern – und scheitern trotzdem. Warum das so ist? Hier meine persönliche Buchempfehlung des Monats: Immunity to Change von Robert Kegan und Lisa Lahey. In ihrem Buch zeigen die Autoren, dass Veränderung nicht einfach eine Frage von Motivation oder Disziplin ist, sondern dass unser eigenes Verhalten oft unbewusst gegen unsere Ziele arbeitet.

Die unsichtbare ‚innere‘ Immunität

Wir können gleichzeitig für und gegen Veränderung sein. Neben unserem bewussten Ziel existiert eine unsichtbare innere „Immunität“, mit der wir uns schützen. Diese Immunität ist kein irrationaler Widerstand, sondern ein intelligenter Schutzmechanismus: Sie bewahrt uns vor Risiken, die wir vielleicht unbewusst fürchten. Aber wird auch getrieben von eigenen Überzeugungen und Werten – die wir über den MVPI messen können.

Das Ergebnis: Wir wollen etwas ändern, handeln aber oft genau gegenteilig. Das ‚Immunity to Change‘ Modell macht diesen inneren Konflikt sichtbar und hilft, echte Veränderungen möglich zu machen.

Die vier Elemente der Immunity-to-Change Map

  1. Mein Verbesserungsziel

Das konkrete Verhalten, das wir ändern wollen.

Beispiel: „Ich möchte in Meetings klarer und kürzer sprechen.“

  1. Gegenwirkende Verhaltensweisen

Die tatsächlichen Handlungen, die dem Ziel entgegenstehen.

Beispiel: „Ich erkläre zu lange, schweife ab, rechtfertige mich.“

  1. Verborgene, konkurrierende Verpflichtungen

Unbewusste Verpflichtungen, die uns blockieren.

Beispiel: „Ich darf nicht inkompetent wirken. Ich muss alles erklären.“

  1. Big Assumptions

Tief verankerte Überzeugungen, die wie unumstößliche Fakten erscheinen.

Beispiel: „Wenn ich mich kurz fasse, denken andere, ich habe nichts beizutragen.“

Diese Annahmen sind oft unbewusst, werden aber unser Verhalten stark beeinflussen.

Warum das Modell so wirksam ist

  1. Es verurteilt Widerstand nicht. Verhalten, das Veränderung blockiert, wird als sinnvoller Schutzmechanismus interpretiert.
  2. Es verbindet Mindset, Emotionen und Verhalten und zeigt, dass Veränderung nicht nur äußerlich ist, sondern innerlich passiert.
  3. Es ermöglicht adaptive Entwicklung: Man verändert nicht nur das Verhalten, sondern das Selbstverständnis, aus dem das Verhalten kommt.

Der Hebel für nachhaltige Veränderung

Nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch mehr Disziplin, sondern durch:

  1. Bewusstmachen der konkurrierenden Verpflichtung
  2. Testen der großen Annahmen durch kleine, sichere Experimente
  3. Aufbau eines komplexeren Selbstverständnisses, das neue Handlungsoptionen erlaubt

Fazit

Immunity to Change zeigt, dass Veränderung nicht nur ein Problem des Wollens ist. Sie ist ein Zusammenspiel von bewusstem Ziel, unbewussten Schutzmechanismen und tief verankerten Annahmen. Wer diese Mechanismen erkennt, kann echte, nachhaltige Veränderungen erreichen.

Die Hogan Persönlichkeitsverfahren – insbesondere die Werte (MVPI) –  zeigen uns individuell was uns persönlich wichtig ist und uns antreibt. Die Erkenntnis aus der ‚Innenseite‘  der Persönlichkeit helfen, was wir unbewusst fördern oder nicht.

Viel Spaß beim Lesen!

Nicole Neubauer

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