Was uns die Winterolympiade über Persönlichkeit lehrt
Ein einziger Fehler, ein Wimpernschlag entscheiden ab nächster Woche Freitag in Mailand/Cortina über Sieg oder Niederlage, wenn es heisst: Go for Gold.
Datum: 29. Januar 2026
Author: Nicole Neubauer
Kategorien: Personality Assessments, Insights, metaLecture, Teams
Eine Olympiade verzeiht nichts. Vorbereitung, Persönlichkeit und Leistung unter Druck entscheiden über Sieg und Niederlage. Angesichts der bevorstehenden Winter-Olympiade haben wir mit Hogan Assessments olympische Leistungsfähigkeit unter die Lupe genommen, um drei Strategien herauszuarbeiten, die Gewinner ausmachen und die Berufstätige für ihre Karriere nutzen können.
- Gewissenhaftigkeit: eine wenig inspirierende Tugend hinter kontinuierlichem Erfolg
Olympiasiegerinnen und -sieger sind nicht einfach nur außerordentlich talentiert. Sie trainieren mit unermüdlicher Disziplin und Gewissenhaftigkeit, ein Persönlichkeitsmerkmal, das mit Zuverlässigkeit, Organisation und Selbstkontrolle einhergeht. Sie ist ein verlässlicher Indikator für dauerhaft hohe Leistungen, ob auf dem Schnee/Eis oder im Büro. Gewissenhaftigkeit ist über verschiedenste Funktionen und Branchen hinweg einer der stärksten Persönlichkeitsindikatoren für die Leistung im Job.
Besonders gewissenhafte Athletinnen und Athleten trainieren länger, erholen sich schneller und machen weniger vermeidbare Fehler. Führungskräfte mit derselben Eigenschaft leisten hochwertigere Arbeit, halten Fristen ein und gewinnen schneller Vertrauen.
„Gewissenhaftigkeit bedeutet nicht, eine Woche lang härter zu arbeiten. Es geht darum, jeden Tag vorbereitet zu sein“, so Dr. Ryne Sherman, Chief Science Officer bei Hogan Assessments und Co-Host im The Science of Personality Podcast. „Im Führungsbereich und in der beruflichen Laufbahn ist diese Tugend ein zuverlässiger Indikator dafür, auf wen sich die Menschen in Drucksituationen verlassen können.“
- Den Fokus nicht verlieren
Haben Sie schon einen Abfahrtskifahrer im Starthäuschen beobachtet: mit Kopfhörern in den Ohren und geschärftem Blick wird der Rest der Welt vorübergehend ausgeblendet. Fokus ist nicht optional – er ist Voraussetzung. Studien belegen, dass die geistige Vorstellungskraft und Konzentrationstechniken die Leistung um bis zu 23 % steigern können – besonders unter hohem Druck (Frontiers in Psychology).
Olympioniken visualisieren ihren Erfolg lange bevor sie tatsächlich aufs Treppchen steigen – das baut Nervosität ab und schärft den Fokus. In entscheidenden Momenten können – und sollten – Fachkräfte dasselbe tun. Etwa beim Vorstellungsgespräch, bei der Vorstandspräsentation oder bei wichtigen Verhandlungen.
„Fokussierung ist eine Fähigkeit, die von der Persönlichkeit ausgeht“, fügt Dr. Sherman hinzu. „Menschen, die ihre Schwächen kennen und wissen, wie Stress ihr Verhalten beeinflusst, können besser mit Ablenkungen umgehen und im entscheidenden Moment Bestleistungen abrufen.“
- Entschlossen konkurrieren, smart kooperieren
Die Olympischen Spiele bilden ein Paradoxon ab: hier gehen gnadenlose Konkurrenz und ehrliche Kameradschaft Hand in Hand. Athletinnen und Athleten wollen sich gegenseitig überbieten und tauschen doch wertvolle Einblicke, ermunternde Worte und respektvolle Gesten aus. Dieselbe Dynamik unterscheidet eine gesunde von einer toxischen Unternehmenskultur. Unternehmen, die Zusammenarbeit fördern, erbringen mit einer fünfmal höheren Wahrscheinlichkeit auch die besseren Leistungen. Das besagen Daten des Harvard Business Review.
Top-Fachkräfte wissen, wann es Zeit für Wettbewerb und wann für Kooperation ist. „Je nach Persönlichkeit finden die Menschen ein Gleichgewicht aus Ehrgeiz & Kooperation“, so Dr. Sherman. „Die erfolgreichsten Führungskräfte konkurrieren, ohne alle Brücken hinter sich abzubrechen, weil sie wissen, dass langfristiger Erfolg niemals ein Solo-Sport ist.“
Die Geschichte liefert uns den passenden Beweis, dass Karrieren – ähnlich wie olympische Momente – selten durch einen einzigen Sieg definiert werden. Vielmehr geht es um Widerstandsfähigkeit, Eigenwahrnehmung und anhaltende Leistungen.
Bei den Olympischen Spielen 1988 sprang der britische Skispringer Eddie „The Eagle“ Edwards nur auf den letzten Platz und wurde trotzdem zur weltweiten Ikone, weil er seine Grenzen erkannte und seine Stärken gezielt einzusetzen wusste. Er gewann zwar keine Medaille, beeindruckte aber durch seinen Mut, seinen Humor und seine Außenseiter Rolle.
„Im Business ist die Lektion eindeutig: zu wissen, wer wir sind, wie wir unter Druck performen und wie andere uns erleben, kann den Unterschied zwischen einem flüchtigen Moment und langfristigem Erfolg bedeuten. Denn letztendlich gelingen Karrieren nicht zufällig. Sie entstehen aus Erkenntnissen, Entschlossenheit und einer Persönlichkeit, die zur Höchstleistung antreibt“, fasst Dr. Sherman zusammen.
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